Sektion Passau - Ortsgruppe Freyung

Liebe Mitglieder der Ortsgruppe Freyung

josef schw1989 war ein bedeutendes Jahr für die Ortsgruppe Freyung in der Sektion Passau des Deutschen Alpenvereins. Pfarrer Herbert Kessler hat in diesem Jahr den Vorsitz der Ortsgruppe aus beruflichen Gründen zur Verfügung gestellt und Max Pauli übernahm nach dessen Wahl dieses Amt, welches er dann 30 Jahre lang mit vollem Engagement,Tatkraft und Herzblut ausfüllte.

1989 war aber auch für mich ein bemerkenswertes Jahr. Ich musste mit unserer Klettersteiggruppe einen dramatischen, durch Steinschlag verursachten Bergunfall am Pisciadu- Klettersteig in den Dolomiten miterleben, bei dem zwei Bergspezln, einer über und einer unter mir, durch die herabfallenden Steine so schwer verletzt wurden, dass sie mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Bozen geflogen werden mussten. Dieser Unfall war dann auch für mich der Auslöser, mich bezüglich Absicherung bzw. Versicherung bei Bergunfällen zu informieren. Noch in diesem Jahr habe ich mich dann mit dem 1. Vorsitzenden der Sektion Passau, Ludwig Rieger, in Verbindung gesetzt und bin in den Alpenverein eingetreten.

Seit dieser Zeit bin ich nun Mitglied in der Sektion Passau und habe natürlich in den 30 Jahren an vielen Gemeinschaftstouren sowohl im Sommer als auch im Winter teilgenommen. Im Winter 2016/2017 habe ich bei einem Vortrag im Sportgeschäft Jakob in Waldkirchen den 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe Freyung, Max Pauli, getroffen, der mich ermunterte, mich doch in der Ortsgruppe bei diversen Veranstaltungen sehen zu lassen und mich auch in die Arbeit für den Alpenverein einzubringen. So kam ich ab diesem Zeitpunkt auch regelmäßig zum Stammtisch ins Gasthaus Brodinger in Freyung.

Im darauffolgenden Frühjahr stand dann die Hauptversammlung mit Neuwahlen bei der Ortsgruppe an, die zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 500 Mitglieder hatte.

Max Pauli kandidierte nochmal mit 88 Jahren für den ersten Vorsitz. Ein zweiter Vorsitzender wurde gesucht. Nachdem kein Kandidat aus dem bewährten Team der Ortsgruppe zur Verfügung stand, wurde an mich die Frage gestellt, ob ich nicht dieses Amt übernehmen könnte, da ich doch langjähriges Mitglied sei und weitreichende Erfahrungen in verschiedenen „Spielarten“ des Alpenvereins habe. So stellte ich mich am 12. Mai 2017 dafür zur Wahl. Ich wurde gewählt und damit begann mit tatkräftiger Unterstützung von Max und der gesamten Vorstandschaft meine Arbeit: Das neue Programmheft für 2018 musste vorbereitet und gestaltet werden, Touren mussten abgefragt und ausgearbeitet, der Hüttenabend musste geplant werden, usw. Ab Januar 2018 begannen dann die Touren, die planmäßig vorbereitet und durchgeführt werden konnten.

Im März 2019 konnte Max Pauli seinen 90sten Geburtstag feiern. Dies nahm die Ortsgruppe natürlich zum Anlass, eine extra Feier für den Jubilar auszurichten. Dann kam im Mai die Jahreshauptversammlung, wo Max erklärte, dass er sich aus dem Amt des ersten Vorsitzenden zurückziehen werde. Am 20. August 2019 war es dann soweit, Max erklärte bei der Vorstandssitzung in der Boxleitenmühle seinen Rücktritt von der Führung aus Altersgründen. Jetzt bestand Handlungsbedarf.Bei der darauffolgenden Vorstandssitzung habe ich mich nach reiflicher Überlegung bereit erklärt, den Vorsitz in der Ortsgruppe kommissarisch bis zur nächsten Hauptversammlung, 

 

wo lt. Satzung gewählt werden muss, zu übernehmen. Dieswäre dann im Jahr 2020 gewesen, doch dann kam „Corona“ und die für den 9.Mai geplante Hauptversammlung musste abgesagt werden. Somit verlängert sich der „kommissarische“ Vorsitz um ein Jahr. Auch die 50- Jahr- Feier der Ortsgruppe wäre für den Herbst geplant gewesen, diese konnte/durfte ebenfalls nicht stattfinden. Doch in der Ortsgruppe gab es genügend Arbeit, vordringlich war natürlich das Tourenprogramm, welches unter den jeweils geltenden Einschränkungen und Bedingungen lt. Vorstandsbeschluss ab Juli 2020 wieder aufgenommen wurde.

In diesem Jahr kamen viele Neumitglieder zur Ortsgruppe hinzu, mit Stand Oktober hatten wir ca. 850 Mitglieder. Unter den Neumitgliedern sind erfreulicherweise vor allem junge Berg- und Wanderfreunde, denen wollen und müssen wir eine Plattform bieten und ihre Wünsche und Bedürfnisse im neuen Programm abbilden.

Im Herbst konnte dann eine erste Bergwanderung mit drei jungen, engagierten und motivierten Mitgliedern durchgeführt werden, bei der viele Möglichkeiten für ihr zukünftiges Wirken in der Ortsgruppe besprochen wurden. Sonja und Simon möchten 2021 ihre Ausbildung zum Wanderleiter abschließen, Toby hat diese bereits 2020 erfolgreich absolviert, d.h. die drei werden bereits in diesem Jahr Touren für die Ortsgruppe, speziell für ihre Altersklasse, durchführen. Sie möchten künftig Tages- und Mehrtageswanderungen mit Hüttenübernachtungen, Trailrunning und Mountainbiketouren anbieten, sowohl in der näheren Umgebung als auch im alpinen Bereich. Hierzu sind bereits Vorbereitungen getroffen worden, die auch in den sozialen Netzwerken, z.B. bei Instagram etc. in Eigenregie publiziert werden.

Ebenso ist es mir aber auch ein Anliegen, für die altgedienten, langjährigen Mitglieder wieder einen Wanderleiter zu finden, doch diese Suche ist bis jetzt leider nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Wer also für die ältere Generation Wanderungen anbieten möchte, der findet bei mir natürlich ein „offenes Ohr“.

Wir befinden uns in einer Phase der Umstrukturierung, die bereits erfolgreich begonnen wurde, die aber auch noch viel Engagement und Einsatz von der gesamten Vorstandschaft und auch von den Mitgliedern erfordern wird.

Ich denke, wir haben hier in dem neuen Programmheft für 2021 wieder ein vielfältiges Tourenangebot für alle unsere Mitglieder zusammengestellt. Es reicht von leichten Tagestouren über anspruchsvolle Mehrtagestouren im Bayerischen Wald und im Hochgebirge bis hin zur Alpenüberquerung. Es sollte für jeden ein passendes Angebot bieten, Sommer wie Winter.

Zum Schluss möchte ich aber nicht versäumen, mich ganz persönlich bei Max Pauli für sein 30-jähriges Engagement für die Ortsgruppe zu bedanken und ihm alles erdenklich Gute, vor allem Gesundheit, zu wünschen. Ich hoffe, er wird weiterhin mich und die Ortsgruppe nach seinen Möglichkeiten unterstützen.

Ich darf mich hier aber auch bei der Vorstandschaft bedanken und hoffe für die Zukunft weiterhin auf rege Unterstützung bei der Arbeit für den Alpenverein, Ortsgruppe Freyung.

Es grüßt euch

Josef Schwaiberger