Vom 29. August bis zum 4. September durften die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine großartige, durchaus herausfordernde und mit Sicherheit unvergessliche Bergwoche rund um Obergurgl erleben.
Unter der kundigen Führung unseres Guides Sepp Putz vom DAV Passau machte sich die gut gelaunte Gruppe von Passau aus mit „Öffis“ auf den Weg ins Ötztal. Die Anreise führte über Wels und Salzburg zum Bahnhof Ötztal und anschließend mit dem Bus über Sölden nach Obergurgl. Nach der Ankunft im Hotel Alpenaussicht ließen wir den ersten Tag bei einem gemütlichen Spaziergang durch den Zirbenwald ausklingen (7 km, 260 hm). Schon dabei wurde deutlich, welch großartige Berglandschaften in den kommenden Tagen auf uns warteten.
Das durchgehend schöne Wetter mit viel Sonne, kaum einen Tropfen Regen und angenehmen Temperaturen begleitete uns während der gesamten Tour. Gleich am zweiten Tag erwartete uns eine ausgedehnte Wanderung zu den Seen oberhalb Obergurgls in Richtung Gurgler Scharte. Über den Archäologischen Höhenweg ging es anschließend zurück ins Tal. Dabei bewältigten wir bereits mehr als tausend Höhenmeter im Auf- und Abstieg auf 14 Kilometer Länge.
Weitere Highlights waren die grenzüberschreitende Wanderung von Südtirol über das Königsjoch zurück nach Tirol (10 km, 800 hm), die Tour zum Rotmoosferner (12 km, 302 hm) sowie die Höhenwanderung vom Tiefenbachferner hinunter nach Vent (12 km, 200 hm Aufstieg, 1000 hm Abstieg). Der Anblick der umfangreichen Baustellen am Gletscherbereich des Tiefenbachferners wirkte zunächst etwas ernüchternd und stand in deutlichem Kontrast zur ansonsten recht unberührten Bergwelt. Umso eindrucksvoller war die anschließende Wanderung durch die hochalpine Landschaft hinunter nach Vent, wo wir gemütlich einkehrten.
Den absoluten Höhepunkt der Bergwoche bildete jedoch die anspruchsvolle Tour von Obergurgl zur spektakulären Piccardbrücke. Der Weg führte durch eine eindrucksvolle, wilde Hochgebirgslandschaft und eröffnete immer wieder großartige Ausblicke auf die umliegenden Berge und Gletscher. Die Überquerung der Brücke war dabei ein ganz besonderes Erlebnis und verlieh der Tour einen zusätzlichen Hauch von Abenteuer. Über die Schönwieshütte und den Zirbenwaldweg ging es anschließend zurück nach Obergurgl. Mit mehr als 20 Kilometern Wegstrecke und rund 1.200 Höhenmetern war diese Tour zugleich die längste und wohl eindrucksvollste Wanderung der gesamten Woche.
Zum Abschluss besuchten wir auf dem Heimweg noch den beeindruckenden Stuibenfall (400 hm, 4,5 km) und kehrten in einem Gasthof zum Mittagessen ein. Anschließend ging es mit Bus und Bahn zurück nach Passau.
Obergurgl im Sommer? Diese Frage stellte sich vielleicht mancher zu Beginn – schließlich verbindet man den Ort vor allem mit Wintersport und Skibetrieb. Doch die Bergwoche zeigte eindrucksvoll, welch faszinierende Seite Obergurgl in der warmen Jahreszeit zu bieten hat: anspruchsvolle Höhenwanderungen, Gletscher und eine spektakuläre, oft wilde und einsame Landschaft. Zusammen mit der stets guten Stimmung in der Gruppe, unserem erfahrenen und engagierten Tourenführer, Sepp Putz, und der hervorragenden Verpflegung im Hotel wurde die Reise zu einem rundum gelungenen und unvergesslichen Bergerlebnis.
Bericht: Josef Putz
Fotos: Ortsgruppe