Fünf intensive Wandertage, drei markante Zweitausender und eine Fülle alpiner Eindrücke liegen hinter einer Wandergruppe der DAV Ortsgruppe Freyung unter Leitung der Tourenorganisatorin Rita Gell. Ihre sechstägige Reise in die Wiener Hausberge zeigte eindrucksvoll, warum das Gebiet rund um Schneeberg und Rax zu den geschichtsträchtigsten und faszinierendsten Wanderregionen Österreichs gehört. Mit einem gemütlichen Ferienhaus in Sieding als Basislager wurden die markanten Gipfel und Hochplateaus systematisch erschlossen.
Die Anreise aus Waldkirchen führte direkt zum Parkplatz Öhlerhansl nahe Puchberg am Schneeberg. Den Auftakt bildete die Öhler-Schober-Überschreitung mit den beiden Gipfeln Öhler (1.183 m) und dem Schober (1.213 m). Nach einem steilen Abstieg zum Schobersattel ging es zurück zum Ausgangspunkt, von wo aus das Quartier in Sieding bezogen wurde – ein idealer Ausgangspunkt für die kommenden Tage.
Am zweiten Tag wartete der höchste Berg des Bundeslandes: der Wiener Schneeberg. Von der Talstation in Losenheim schwebte die Gruppe per Sessellift zur Bergstation (1.210 m). Ab hier war Kondition gefragt: Über den felsigen und steilen Fadensteig gewannen die Wanderer rasch an Höhe. Vorbei an der Fischerhütte (2.049 m) wurden kurz nacheinander der Kaiserstein (2.061 m) und schließlich das Klosterwappen – mit 2.076 Metern der absolute Höhepunkt der Tour – erreicht. Der Abstieg über den Schauerstein und den Fadenweg zurück zur Bahn bot noch einmal grandiose Tiefblicke.
Tag drei stand ganz im Zeichen der geschichtsträchtigen Rax-Seilbahn. Nach der Auffahrt zur Bergstation (1.547 m) folgte eine herrliche Rundtour über das weitläufige Hochplateau. Über den Praterstern steuerte die Gruppe die spektakuläre Höllentalaussicht an. Vorbei an der Wolfgang-Dirnbacher-Hütte und über das Klobentörl (1.631 m) ging es hinauf zu den rauen Höhen der Scheibwaldhöhe (1.943 m) und des Dreimarksteins (1.949 m). Durch dichte Latschenfelder und über den Trinksteinsattel erreichten die Wanderer die Neue Seehütte. Zum Finale des Tages wurden noch die Preiner Wand (1.783 m) und der Jakobskogel (1.737 m) überschritten, ehe es am Ottohaus vorbei zurück zur Seilbahn ging.
Am vierten Tag schlug das alpine Herz der Tour höher. Vom Parkplatz Preiner Gscheid (1.070 m) startete die Gruppe zur Heukuppe, dem mit 2.007 Metern höchsten Punkt der Raxalpe. Der Aufstieg über den Reißtaler Steig und den drahtseilversicherten Gretchensteig forderte volle Konzentration und Trittsicherheit. Belohnt wurde die Mühe mit einer majestätischen Rundumsicht am Gipfel. Der Abstieg führte vorbei am Raxkircherl, dem Karl-Ludwig-Haus und über das „Törl“ auf den Schlangenweg. Nach einer wohlverdienten Einkehr im Waxriegelhaus ging es durch dichte Bergwälder zurück zum Ausgangspunkt.
Da für den Nachmittag des fünften Tages Gewitter und Regen vorhergesagt waren, entschied sich die Gruppe für ein kürzeres, aber nicht weniger lohnendes Programm. Vom Parkplatz Sonnleiten in Puchberg führte der Weg durch den wildromantischen Fadengraben direkt zum beeindruckenden, 40 Meter hohen Sebastian-Wasserfall. Vorbei am Sebastian-Kreuz öffnete sich schließlich die weite, sanfte Mulde der Mamauwiese. Nach einer gemütlichen Rast kehrte die Gruppe auf demselben Weg zum Parkplatz zurück.
Am sechsten Tag hieß es schließlich Abschied nehmen. Nach fünf erlebnisreichen Wandertagen, die von bestem Bergwetter und perfekter Routenplanung geprägt waren, trat die Gruppe die Heimreise nach Waldkirchen an – im Gepäck unvergessliche Eindrücke aus der Wiege des Wiener Alpinismus.
Bericht: Rita Gell
Fotos: Ortsgruppe